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Fertigteilhäuser

10 Tips für den Kauf eines Fertigteilhauses

Auch wenn die Werbung versucht, diesen Eindruck bei uns zu erwecken, so kauft man Fertigteilhäuser nicht wie einen Fernseher im Shopping-Center.
Tatsächlich ist ein derartiges Projekt nicht nur mit rechtlichen, sondern auch mit vielen tatsächlichen Tücken verbunden, sodass unzureichende Vorbereitung fatale Folgen haben kann. Um den Einstieg in diese Problembereiche im Zusammenhang mit Fertigteilhäusern zu erleichtern, hier einige Hinweise:


1) In der Regel umfasst der Vertrag nicht die Errichtung des Kellers bzw. der Fundamentplatte: Dies ist als zusätzliche Ausgabe zu berücksichtigen. Wichtig ist, dass die Pläne des Fertigteilhauses mit der den Keller errichtenden Firma peinlichst genau koordiniert werden. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von Aussparungen für Sanitäranlagen, Kamine und die Einplanung des Kellerabganges.

2) Beliebt ist das Angebot von so genannten „Ausbaustufen“, die der Geldbörse des Käufers entgegenkommen sollen, und ihn mit einem nur teilweise fertigen Haus zurücklassen. Gerade hier tauchen immer wieder Unklarheiten auf, was dann tatsächlich für die endgültige Fertigstellung an Arbeiten notwendig ist. Es empfiehlt sich, die Ausbaustufen detailliert mit dem Anbieter zu besprechen und im Vertrag festzuhalten. Sinnvoll ist es auch, einen Fachmann zu befragen, mit welchen Kosten die Fertigstellung des Ausbaus – auch im do-it-yourself-Verfahren – verbunden ist, um festzustellen, ob es sich dabei tatsächlich um eine wirtschaftlich interessante Variante handelt.

3) Achten Sie darauf, sich nicht zu sehr von dem in der Regel sehr positiven Eindruck der Musterhäuser beeindrucken zu lassen. Diese Musterhäuser werden oft in der „Luxusvariante“ errichtet und entsprechen selten dem Standardangebot. Vergleichen Sie die konkreten Pläne des Angebotes mit dem, was Ihnen innerhalb des Musterhauses begegnet. Darüber hinaus sollte natürlich auch darauf geachtet werden, ob die oft so beeindruckende Planung des Musterhauses tatsächlich für den täglichen Gebrauch Ihrer Familie geeignet ist.

4) Klären Sie ab, ob vom Vertrag die Beseitigung des Bauschuttes, die Errichtung von Terrassen, Garagen, oder Autoabstellplätzen, Außenstiegen, usw. mit umfasst ist. Diese Teile unterstreichen oft besonders den Eindruck, den die Musterhäusern oder Bilder beim Betrachter machen, sind aber in den meisten Fällen nicht Bestandteil der angebotenen Leistung.

5) Berücksichtigen Sie auch, dass Anschlusskosten für Wasser, Kanal, Strom, Gas, Telefon, usw. ebenfalls nicht vom Vertrag umfasst sind. Hier müssen Sie entsprechende Zusatzkalkulationen anstellen. Achten Sie darauf, dass bereits für die Baustelle Baustrom und Wasser zur Verfügung stehen müssen.

6) Lassen Sie sich vom Unternehmen bestätigen, dass die angebotene Variante des Hauses auch wirklich auf Ihrem Grundstück errichtet werden kann. Dazu ist es notwendig, zu überprüfen, ob diese Ausführung den entsprechenden Baubestimmungen des jeweiligen Bundeslandes entspricht und ob Form und Größe der Liegenschaft einen derartigen Bau auch tatsächlich zulassen.

7) Soweit möglich, empfiehlt sich die Vereinbarung von Vollzahlung nach Lieferung und Übergabe, jedenfalls aber Teilzahlungen entsprechend dem Baufortschritt. Erfahrungsgemäß ist es weitaus schwieriger, ein Unternehmen zur Leistung, Einhaltung des Liefertermins bzw. auch entsprechenden Verbesserung einer schlechten Leistung zu bewegen, wenn dieses Unternehmen bereits den gesamten Kaufpreis erhalten hat.

8) Auch bei Fertighäusern läuft bei den Bauarbeiten nicht alles so wie es besprochen wurde. Es ist daher empfehlenswert, zumindest einmal pro Tag die Baustelle aufzusuchen, und auf Planabweichungen hinzuweisen. Ihre stärkste Waffe ist dabei der Fotoapparat.

9) Wenn im selben Zeitraum Mitarbeiter von zumindest zwei Unternehmern auf der Baustelle beschäftigt sind (etwa weil der Keller noch fertig gestellt wird, während das Haus schon errichtet wird), dann ist durch den Bauherrn (das sind Sie) ein Baustellenkoordinator zu bestellen.

10) Es muss sichergestellt werden, dass die Lastwägen und Montagekräne der Fertighausfirma auf das Grundstück fahren können, das heißt, dass der Untergrund entsprechend gefestigt sein muss und auch keine Behinderungen durch Strom oder Telefonleitungen entstehen. Auch das ist durch Sie im Vorhinein abzuklären.


Die angeführten Punkte sind Empfehlungen, die bei der Vorbereitung und Abwicklung eines derartigen Vertrages helfen sollen, sie ersparen jedoch nicht eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Erfahrungsgemäß ist eine entsprechende Vorbereitung ein guter Ansatz, um dann später sein neues Heim mit einem ausschließlich lachenden Auge beziehen zu können.

Thomas Hofer-Zeni (03.05.2007)

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Rechtsanwalt
Dr. Thomas Hofer-Zeni
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